Auf dem Kneippweg in Scheffau viel erleben

Eingang zum Kneippweg

Scheffau punktet mit 2 Ks. Mit dem K2 also? Neja, nicht ganz. Aber ein K steht immerhin für den Kaiser, den wilden Gebirgszug, der die Herzen der Wanderer und vor allem der Kletterer höher schlagen lässt. Das andere steht für Kneipp, denn Scheffau nennt sich Tirols 1. Kneipp-Erlebnisdorf. Einen großen Anteil an diesem Titel hat der Kneippweg, der mit seinen 6 Stationen viele Informationen und praktische Übungen für Körper und Geist bietet.

Darüber hinaus lädt die schöne Kneippanlage zum Wassertreten, zum Armbad und sogar zu Güssen ein und zeigt einige nützliche Heilpflanzen, die schon Kneipp verwendet hat.
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BarfusswegDie 5 bunten Säulen der Kneipp’schen Lehre weisen den Weg zum Kneippweg von der Orts-Hauptstraße. Das Säulenspalier durchschreiten, etwas bergab gehen, und schon haben Sie mit dem Barfussweg die erste Station erreicht. Schuhe aus und ab über verschiedene Untergründe aus Stein, Holz und Beton lautet dort die Devise.

Und wenn die Füße dabei schmutzig werden? Dieses Problem lässt sich am Brunnen schnell beheben. So dachte auch schon Kneipp, der das Barfussgehen zur Abhärtung und gegen allerlei Fußprobleme propagierte. Bewegen Sie einmal Ihre Füße im Stand nach innen und außen. Merken Sie, wie die Knie darauf reagieren? Merken Sie auch, wie sich die Hüfte mit bewegt? Können Sie nachvollziehen, dass diese Kettenreaktion auch die Wirbelsäule erreicht? Es könnte also sein, dass Kopfschmerzen ihre Ursache an den Füßen haben.

Der Barfussweg regt auch den ganzen Körper an, weil dieser über die Reflexzonen auf den Fußsohlen abgebildet ist. Lassen Sie sich also ruhig Zeit, und kosten Sie den Weg richtig aus. Achten Sie auch mal auf Ihren Gehstil. In Schuhen ist der Fersengang normal, der sich bei ungeübten Barfußläufern auch durchsetzt, obwohl da eigentlich die Fußspitze zuerst den Boden berühren sollte.

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Nach den Füßen wandert die Aufmerksamkeit an der nächsten Station auf die Lunge. Die Gradieranlage holt die Nordsee an den Wilden Kaiser. Atmen Sie tief durch und gönnen Sie Ihrer Lunge die salzhaltige Luft, egal ob Sie dort gerade Beschwerden haben oder einfach vorbeugen wollen.

Sehen Sie die bunte Scheibe? Die geht auf keinen geringen als Goethe zurück. Ja, der „Erfinder“ von Werther und Faust, der nicht nur berühmter Dichter, sondern zunächst Jurist, dann Minister und auch Wissenschaftler war. Er hat unter anderem einen Elefanten und auch die Farben untersucht wäre ohne Faust auch durch seine Farblehre berühmt geworden.

Spazieren Sie ein wenig weiter und richten Sie den Blick nach links. Dort geht es nämlich steil bergauf. Die Erfolgsleiter? Nun, die könnte es für Ihre Venen werden, wenn Sie fleißig darauf trainieren. Tatsächlich nennt sich die Station Venenweg und lädt Sie zur Venenpflege ein.

Die Venen… Das sind die Blutgefäße, die das sauerstoffarme Blut zur Lunge transportieren und in manchen Beinen als Krampfadern sichtbar werden. Training ist eine gute Vorbeugung, ebenso Kneipps Wasseranwendungen und einige Heilpflanzen, die Sie auf der Infotafel nachlesen können.

Kohlenmeiler-kneippwegHat Sie der Weg bis hierhin hungrig gemacht? Dann trifft es sich gut, dass es an der nächsten Station, am Kohlenmeiler, um Ernährung geht. Einen gesunden Bissen finden Sie hoffentlich in Ihrem Rucksack, damit der Kohldampf nicht übermächtig wird. Eine naturbelassene Ernährung aus regionalen Produkten hat Kneipp zu seiner Zeit (1821-1897) schon empfohlen. Und das Gleiche ist noch heute für uns und unsere Umwelt angesagt.

Wenn Sie etwas gegen die Verkalkung im Kopf tun wollen, um die es auf der Infotafel auch geht, greifen Sie doch einfach die zwei Farben auf, die oben genannt sind. Schwarz und weiß sind Gegensätze. Welche anderen Gegensatzpaare fallen Ihnen noch ein? Überlegen Sie ruhig im Gehen, denn dabei kommt Ihr Kreislauf in Schwung und bringt besonders viel Sauerstoff ins Gehirn. Den brauchen Ihre grauen Zellen zusammen mit der Glukose aus der Ernährung unbedingt zum Denken.

meditationsplatz-kneippwegEin kleines Stückchen Weg ist es bis zur nächsten Station. Auf die Anstrengung, wenn es denn eine war, dürfen Sie sich dort ausruhen. Sie haben nämlich auf der linken Seite den Meditationsplatz mit vielen gemütlichen Liegen, den Federn und Steinen erreicht.

Nehmen Sie Platz und tun Sie einfach mal gar nichts. Hält sich auch Ihr Geist an diese Anweisung? Oder schickt er ständig Gedanken durch Ihren Kopf? Wahrscheinlich. Aber verurteilen Sie ihn dafür nicht, sondern stellen Sie sich vor, Sie würden die Gedanken auf eine kleine Wolke legen und sanft wegblasen. Und wenn der nächste Gedanke kommt? Dann haben Sie dafür auch die nächste Wolke. Es ist Übungssache!

Wenn Sie lieber denken wollen, lädt Sie der Platz ein, sich zu überlegen, was Ihnen Orientierung gibt. Werte und Ziele sind mein heißer Tipp. Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten, gibt es da ein Buch….

Auf dem Weg zur letzten Station, die nach einer Steigung etwas versteckt im Wald auf Sie wartet, können Sie ruhig noch weiter über Ihre Ziele oder auch Wünsche nachdenken. Denn damit haben Sie gleich den „Stoff“, den Sie im Adlerlabyrinth gebrauchen können.

Adlerlabyrinth-kneippweg

Nach rechts, nach links, mal voran, dann scheinbar wieder zurück – so geht es im Labyrinth. Ins Adlerlabyrinth dürfen Sie einen Stein mitnehmen, der Sie Ihrem Wunsch näher bringt. Vielleicht hilft Ihnen der Stein aber auch dabei, etwas Ungeliebtes loszulassen. So wie im Leben geht es im Adlerlabyrinth vor und zurück, und Sie sind Ihres Glückes Schmied.

Sind Sie neugierig geworden, und lockt Sie der Kneippweg? Dann auf nach Scheffau! Sie können den Weg auf eigene Faust erkunden. Er wird Sie bereichern und neue Erkenntnisse oder Denkanstöße liefern.

Darf es noch etwas mehr sein? Dann melden Sie sich doch zwischen Mitte Juni und Mitte September an einem Dienstag nachmittag zum Erlebnis-Spaziergang für Körper und Geist an, egal ob Sie Ihren Urlaub in Scheffau oder Umgebung verbringen oder schon da wohnen, wo andere Urlaub machen.